Saatkrähen: Hartmut Ganzke bringt Thema auf Landesebene voran

02.02.2026
Die SPD treibt die Suche nach Lösungen für die stark wachsenden Saatkrähenpopulationen im Kreis Unna auf mehreren politischen Ebenen voran. Der heimische Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke (SPD) hat hierzu eine Kleine Anfrage an die Landesregierung Nordrhein-Westfalen eingebracht. Ziel ist es, Klarheit über bestehende Handlungsspielräume, bisherige Maßnahmen des Landes sowie über die notwendige Güterabwägung zwischen Artenschutz und der Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung zu erhalten.

Auslöser sind anhaltende Nutzungskonflikte in Städten wie Unna und Holzwickede, wo große Saatkrähenkolonien seit Jahren zu erheblichen Belastungen führen. Betroffene berichten über massive Lärmbelastungen in den frühen Morgenstunden, starke Verschmutzungen des öffentlichen Raums sowie Einschränkungen bei der Nutzung von Spiel-, Freizeit- und Verkehrsflächen. Trotz wiederholter Vor-Ort-Termine und Prüfungen verschiedener Ansätze sehen sich viele Kommunen aufgrund artenschutzrechtlicher Vorgaben bislang kaum in der Lage, wirksame und nachhaltige Maßnahmen umzusetzen.

„Wenn Belastungen über Jahre anhalten und Kommunen faktisch handlungsunfähig sind, muss Politik genau hinschauen“, erklärt Ganzke. „Mit meiner Kleinen Anfrage will ich wissen, welche Erkenntnisse die Landesregierung zur landesweiten Entwicklung der Saatkrähenpopulationen hat, wie sie die aktuellen Handlungsspielräume der Kommunen bewertet und welche Maßstäbe sie bei der Abwägung zwischen strengem Artenschutz und der Lebensqualität der Menschen anlegt.“

Parallel dazu hat die SPD-Kreistagsfraktion Unna das Thema auf Kreisebene aufgegriffen und einen Antrag in den zuständigen Fachausschuss eingebracht. Die Kreisverwaltung soll darin beauftragt werden, im Rahmen der geltenden Rechtslage alle zulässigen Maßnahmen zur Entlastung besonders betroffener Kommunen zu prüfen und umzusetzen sowie transparent darzustellen, welche rechtlichen Vorgaben weitergehenden Schritten entgegenstehen.

„Unser Ansatz ist klar: Probleme benennen, den Handlungsspielraum ausloten und dort politischen Klärungsbedarf sichtbar machen, wo die bestehenden Regelungen der Realität vor Ort nicht mehr gerecht werden“, so Ganzke abschließend.

Kleine Anfrage MMD18-17573